Die dieselelektrische Lokomotive 130 002-9 wurde 1970 in der SU gebaut und an die DR geliefert. Dort war sie bis 1994 im Einsatz und wurde im Bw Seddin außer Dienst gestellt. Den beherzten Eisenbahnfreunden Detlef Hanschke, der die Lok damals von der Bahn erworben hatte, sowie Ingo Wlodasch ist es zu verdanken, dass diese Lok, wie wir sie heute kennen, überhaupt noch existiert.
Sie ist die zweite „Ludmilla“ der Baureihenfamilie V 300, welche von 1970 bis 1982 aus der SU in die DDR geliefert wurde (insgesamt 876 Lokomotiven in drei Baureihen).
Da die liebevoll genannten Russendiesel oder Ludmillas während der Produktion und selbst nach Auslieferung der berühmten Baureihe 132 ständig weiterentwickelt wurden, stellt hier die 130 002 die erste Entwicklungsstufe dar. Die 130 002-9 ist eine Lokomotive des ersten Bauloses und deshalb von hohem eisenbahnhistorischem Wert.
Nach dem Dampflokfest 2002 wurde die 130 002-9 zum Bw Dresden-Friedrichstadt zwecks äußerlicher Aufarbeitung überführt. Dadurch überlebte die Maschine das Rekordhochwasser im Sommer 2002 unbeschadet. Für diese Glanzleistung danken wir den beteiligten Vereinskameraden sowie dem Bw Dresden-Friedrichstadt und dem VMD, das die Lok inzwischen erworben hat, für ihre freundliche Unterstützung.
Wäre die 130 002-9 zu dieser Zeit nicht im Bw Dresden-Friedrichstadt abgestellt gewesen, hätte sie im Depot des VMD im ehemaligen Bw Dresden-Altstadt während des Hochwassers irreparable Fahrwerkschäden erlitten und wäre sicher heute nicht mehr rollfähig!
Dieser glückliche Umstand soll uns Motivation sein, diese großartige Lokomotive weiterhin zu pflegen und möglichst lange funktionsfähig zu erhalten.
Mit den im Folgenden aufgeführten Arbeiten möchte besonders die „Dieselgruppe“ der IG Bw Dresden-Altstadt dafür sorgen, dass diese Lok auch für die Zukunft weitestgehend funktionsfähig erhalten bleibt.
Lassen sie sich das Wummern der 16 Wassereimer-großen Kolben, das Leiern der riesigen Kurbelwelle, den Geruch eines warmen Maschinenraumes, das Pfeifen des gewaltigen Turboladers und das heulen der Lüfter nicht entgehen.

Auch sie können uns unterstützen. Besuchen Sie uns und die Lok und überzeugen Sie sich selbst von der sowjetischen Lokbaukunst und dem guten Zustand der Maschine. Für alle, die gern bereit sind, den Erhalt und den musealen Betrieb der Lok zu unterstützen, Ihre Spende ist jederzeit willkommen.

< Bild links: Säuberung der Batterien,
> Bild rechts: Kontrolle des Batterie-Wasserstandes  
Entrosten der Batteriekästen mit anschließendem Streichen von
Rostschutz 
 
< Bild links: Tatzlager an der Achse mit geöffnetem Ölkasten,
> Bild rechts: Einsatz des Tatzlagers, in den der Docht zur Schmierung der
Achse geschoben wird. Dieser fördert das Öl aus dem Ölkasten direkt an
die Achse.
Dieser Einsatz stellte sich als ungeeignet für die Wartungen heraus und
wurde bei den Nachfolgemodellen durch eine einfachere Bauweise ersetzt. 
< Bild links: Ölkasten eines Tatzlagers vor der Reinigung,
> Bild rechts: und nach der Reinigung  
Drehgestell mit Achslagerdeckeln, bei denen jeder
anders ist, je nachdem, ob Sachen wie Fliehkraftregler für die Bremse,
Tachometer bzw. Drehzahlmesser oder auch nichts angebaut ist 
Bremsgestängeführung am Rad, die sich später als überflüssig
herausstellte und an den jüngeren Loks nicht mehr verbaut wurde 
 
< Bild links: ein geöffnetes Achslager,
> Bild rechts: Der zugehörige Achslagerdeckel. In der Mitte sieht man das
zerbrochene Mitnehmerblech, das getauscht wurde. Das alte Fett wurde neu
gemacht.
 
< Bild link: Einzelteile eines defekten Achslagers,
> Bild rechts: Reparatur des Achslagers  
Reste des defekten Achslagers   
< Bild links: Luftverdichter,
> Bild rechts: Der Luftverdichter arbeitet mit Öl und ist nie ganz dicht.
Deshalb muss regelmäßig das rückständige Öl und der Schmutz in diesem
Bereich entfernt werden.
 
< Bild links: Die Kühlerkammer mit den V-förmig angeordneten Kühlern,
> Bild Rechts: Beim Entrosten unter den Kühlern  
< Bild links: Verbindungsleitungen des Kühlsystems zwischen Kühlerkammer und
Führerstand, nachdem die Verkleidung entfernt wurde. Ein Rohr war
durchgerostet und musste getauscht werden. Die Leitungen leiten das
heiße Kühlwasser zur Führerstandsheizung
> Bild rechts: das Loch im Rohr des Kühlsystems  
Bei der Reparatur des Rohres im Kühlkreislauf wurde dieser
verrottete Hahn entdeckt, der sich nicht mehr schließen lässt 
 
< Bild links: Die Kohlebürstenhalterung eines Fahrmotors
> Bild rechts: Eine Feder war gebrochen und
erzeugte einen Kurzschluss. Seit der Reparatur funktionieren wieder alle
6 Fahrmotoren.  
ein Kolbenpaar aus dem 16-Zylindermotor